Babys schlafen anders – Tipps für die Nacht

„Ich habe geschlafen wie ein Baby“. Dieses geflügelte Wort ist jedem geläufig. Genauer betrachtet ist es aber kompletter Blödsinn. Denn spätestens wenn das „größte Wunder des Lebens“ in den übermüdeten Armen liegt, weiß man: Babys schlafen anders. Aus der Sicht von uns Erwachsenen sogar eher tendenziell schlecht. Denn wir gehen mit unseren gewohnten Maßstäben an den Babyschlaf heran. Acht Stunden Nachtschlaf (bestenfalls) und tagsüber wird gearbeitet. Von Freunden wissen wir vielleicht noch, dass ihre Kinder auch einen Mittagsschlaf machen. Stundenlang. Täglich. Da erscheint es uns dann doch irgendwie merkwürdig, wenn dieses putzige kleine Wesen sich eben nicht optimal an die elterlichen Schlafbedürfnisse anpasst. Dennoch möchte man ja das beste aus der Situation machen und startet den Abend zumindest maximalst vorbereitet. Aber welche Möglichkeiten habe ich überhaupt, mein Baby sicher durch die Nacht zu bringen?

Babys schlafen anders
© Andrii Orlov – Shutterstock

1. Der Babyschlafsack

Meistens ist der Babyschlafsack eine der ersten Anschaffungen bei werdenden Eltern, und spätestens im Babybedarfsladen kommt man an einer erstaunlichen Auswahl nicht mehr vorbei. Bei mir war das der Moment, als mir dämmerte: Vielleicht sollten wir sowas kaufen. Aber was für einen? Schiere Panik ergriff mich, alleine bei der Farbauswahl. Dann aber: Mit Ärmeln? Ohne? In welcher Größe? Sommer oder Winterschlafsack? Oder das merkwürdig aussehende Modell mit Füßen dran? Ich atmete tief durch, und recherchierte.

Babyschlafsäcke mit Ärmeln dran, sind wärmer als die ohne Ärmel – logisch.  

Bei allen Modellen muss man darauf achten, dass die Größe passt. Damit einerseits nichts drückt, andererseits das Kind aber auch nicht während des Schlafens in den Schlafsack rutschen kann.

Winter- oder Sommerschlafsäcke unterscheiden sich meistens im Material und in der Dicke des Stoffes. Je dicker, desto wärmer, klar. Je nach Schlafsackart braucht das Kind dann im Schlafsack einen Body, oder Body und Schlafanzug, oder oder …. Da kann man prima seine Hebamme fragen, welche Kombination wann gilt.

Babyschlafsäcke mit Füßen dran habe ich im Ladengeschäft selten gesehen, scheint es aber häufig zu geben. Super, wenn die Kinder schon älter und mobiler sind. Bieten maximale Bewegungsfreiheit.

2. Der Strampelsack

Funktioniert im großen und ganzen wie ein Babyschlafsack, mit der Besonderheit, dass er keine Ärmel hat. Der Strampelsack hat ein breites Bündchen, welches meist im Brustbereich des Kindes anliegt. Aktive Kinder, können sich da rausstrampeln, aber einer der Vorteile ist, dass er länger hält als ein Schlafsack, da ein Strampelsack bis zu einem gewissen Alter mitwächst, da man ihn ein Stück runter schieben kann.

3. Der Pucksack

„Pucken“ ist im Groben ein anderes Wort für „Kind eng einwickeln“. Das hat man früher auch schon so gemacht, und kann bei einem ausgeprägten Mororeflex (dieses „Erschrecken und dann die Arme hochreißen“) helfen. Kinder mit einem ausgeprägten Mororeflex machen sich gerne selber durch diesen wieder wach und kommen schlecht zur Ruhe. Da kann es helfen durch ein Pucktuch oder einen Pucksack ihren Aktionsradius zu begrenzen. Dies sollte am besten in Absprache mit der Hebamme geschehen, die euch erstens zeigen kann, wie man genau puckt (wie fest ist okay und wie fest ist zu fest) oder ob bei eurem Kind (auch medizinisch) etwas gegen das Pucken spricht.

Bei einem Pucksack wickelt man das Baby quasi ein, und kann dann mit Klettverschluss alles „festmachen“. Bei einem Pucktuch macht man dies indem man eine spezielle bindeweise beachten muss. Das eine ist etwas einfacher als das andere, dafür hält ein Pucktuch eventuell länger, da man es flexibler wickeln kann.

Was ist noch nützlich? Und was kann ich mir sparen?

Ganz klar – ein Babybett oder ein Beistellbett. Bei uns hat sich das Beistellbett als Nachttisch bewiesen, aber würde das Baby schlecht im Familienbett schlafen, dann hätten wir immerhin eins. Bei einem Babybett empfehle ich gerne eins, bei dem die Liegefläche höhenverstellbar ist. Das schont den Rücken. Beim ersten Kind dachte ich noch: So ein Blödsinn. Aber wer mehrmals am Tag 7kg von der untersten Stufe hochheben muss, der flucht irgendwann.

Als nächstes kann ich ein Babyphone empfehlen. Damals gab es nur welche mit Lautsprechern, inzwischen gibt es welche mit Kamera, das wäre heute meine erste Wahl. Einige haben sogar Nachtsichtkameras, das ist super praktisch. So kann man schnell schauen, ob es was ernstes ist, oder das Baby/Kleinkind nur im Schlaf Geräusche gemacht hat. Bei größeren Kindern, funktionieren die Babyphones mit „Gegensprechanlage“ übrigens auch prima, um kurz nachzufragen, was das Kind denn möchte. „Mama, da ist ein MONSTER“, oder doch eher „Mama, meine Kuscheldecke ist so flauschig das wollte ich dir nur mal eben sagen“?

Nachtlich MyBuddy von Philipps
Nachtlich MyBuddy von Philipps © Amazon

Ein Nachtlicht ist natürlich auch sinnvoll. Die Kleinen haben weniger Angst, und die Großen treten auf weniger Spielzeug und hüpfen dann weniger schmerzverzerrt durchs Zimmer und wecken das Baby. Besonders bewährt hat sich bei uns der MyBuddy von Philips, das hält und hält und hält. Selbst nach 5 Jahren und 4 Kindern.

Als kinderloser Erwachsener stand früher auf meiner „so ein absoluter Blödsinn“-Liste auch immer „leuchtende Schnuller“. „So ein Quatschkram, ein normaler Schnuller reicht ja wohl auch“ dachte ich mir. Dann kam das Baby, und ich hing im recht finsteren Zimmer über dem Bett und suchte mir einen Wolf. Das Baby schrie (sinngemäß) „Ey Alte, wo ist mein Schnuller, verdammte Grütze!!!“ Und ich dachte: Diese leuchtenden Schnuller, die sind doch ganz praktisch. Beim nächsten Einkauf wanderten sie dann in den Einkaufswagen, und seitdem hatten wir nur noch solche. Denn glaubt mir, wenn man monatelang um jedes Fitzelchen Nachtschlaf kämpft, dann will man nicht auch noch Schnuller suchen, das habe ich für euch getestet. Da möchte man nur noch schlafen.

Allerdings wie ein Erwachsener, ohne Kinder. Nicht wie ein Baby.

Katarina

Katarina ist vierfache Mutter und teilt seit über sieben Jahren ihre Familien-Erlebnisse und Erfahrungen als Zwillingsmama auf ihrem Mamablog blogprinzessin.de.